N-20 Aiguillon - Aviation History Switzerland

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N-20 Aiguillon
Prototyp Kampfflugzeug

Daten:

N-20 Aiguillon

Hersteller:

Eidg. Flugzeugwerk (F+W) Emmen

Entwicklungszeit:

1948 bis 1952

Stückzahl:  

1

Besatzung:

1

Bewaffnung:

Kanonen, Raketen, Bomben

Flügelspannweite:

12,60 m

Tragflügelfläche

 

Länge:

12,60 m

Höhe:

3,67 m

Leergewicht:

6550 kg

Gewicht beladen:

9000kg

Reisegeschwindigkeit:

1100 km/h

Max. Geschindigkeit:

1.200 km/h (gerechnet)

Max. Flughöhe:

11.000 m.ü.M. (gerechnet)

Reichweite:

500 km (gerechnet)

Antrieb:

4 x Swiss-Mamba SM-01

Leistung:

je 6 kN Standschub


Ansichtskarten

Anzahl

Typ

Immatrikulation:

N-20 Aiguillon

1

N-20 Aiguillon

X-N-20

 

1

Total

   

Eidgenössisches Flugzeugwerk N-20
 
Entwurfsland:  Schweiz Schweiz  
Hersteller:  Eidgenössisches Flugzeugwerk
Erstflug:  Fand nie statt  
Indienststellung:  Entwicklung 1953 abgebrochen  
Produktionszeit:  Wurde nie in Serie produziert  
Stückzahl:  1  

Die EFW N-20 Aiguillon war ein Schweizer Strahlflugzeugprojekt des Eidgenössischen Flugzeugwerks (F+W). Es handelte sich um ein Mitteldecker-Delta-Kampfflugzeug mit Strahlantrieb und Druckkabine in Ganzmetallbauweise.

EFW N-20.02 Arbalète

 
Typ:  Prototyp eines Düsenjägers  
Entwurfsland:  Schweiz Schweiz  
Hersteller:  Eidgenössisches Flugzeugwerk
Erstflug:  16. November 1951  
Indienststellung:  Entwicklung 1953 abgebrochen  
Produktionszeit:  Wurde nie in Serie produziert  
Stückzahl:  1  

Geschichte


Noch während des Zweiten Weltkrieges begannen in der Schweiz Ingenieure mit der Planung von düsengetriebenen Kampfflugzeugen. Es entstanden die P-Projekte, welche schliesslich zur P-16 führten, sowie die N-Projekte, welche von der Vorgängerfirma der RUAG Aviation in Emmen entwickelt wurden. Es gab umfangreiche Entwurfsarbeiten, welche die Auslegung der Flugzeugform, die Triebwerksvarianten und die Triebwerksposition umfassten. Neben ausländischen Triebwerken wurden auch schweizerische Eigenentwicklungen berücksichtigt, etwa eine Sonderform des Strahltriebwerks, bei der Haupttriebwerke Zapfluft an Nebentriebwerke abgaben, um diese in der Leistung zu steigern. Das Swiss-Mamba-Triebwerk wurde im Flug getestet, indem es an die Rumpfunterseite einer De Havilland Mosquito montiert wurde. Die Mosquito war im Zweiten Weltkrieg interniert worden, erhielt später die Immatrikulation B-5 und ging in den Besitz der Schweizer Luftwaffe über.

1948 baute die Firma Gebrüder Sulzer AG zwei Triebwerke mit der Bezeichnung D45. Das nicht flugfähige D45.01 wurde ab 1950 im Teststand geprüft. Das bedingt flugfähige Triebwerk D45.05 wurde bis 1955 getestet und erreichte einen Schub von 752 kp. Das Swiss Mamba SM-1 war eine Modifikation der F+W Emmen, das auf der Basis des britischen Turboproptriebwerk ASM Mamba 1 der Armstrong Siddeley Motors basierte. Anstelle einer Arbeitsturbine für den Propellerantrieb wurde Luft zu den Nebenbrennkammern geleitet. Es wurden sechs Swiss Mamba gebaut, vier Triebwerke wurden in die N-20 eingebaut und zwei dienten als Reserve. ein Reservetriebwerk ist heute im Verkehrshaus Luzern ausgestellt. Bei der N-20 im Flieger-Flab-Museum in Dübendorf wurde ein Triebwerk zur besseren Ansicht ausgebaut und wird einzeln ausgestellt.

Da die Schweizer Industrie noch keinerlei Erfahrung mit dem Flugzeugbau und der Aerodynamik von Düsenflugzeugen hatte, wurden etliche Windkanalmodelle hergestellt. Zusätzlich wurde ein zweisitziges Segelflugzeug im Massstab 0,6:1 zur geplanten N-20 gebaut. Die Maschine besass ein JATO-Feststoffraketentriebwerk, mit dem sie selbständig starten konnte und die für Tests nötige Flughöhe erreichte. Das Bugfahrwerk stammte von der de Havilland Vampire, das Hauptfahrwerk von der Messerschmitt Bf 109 und war elektromechanisch einziehbar. Die Zelle war vollständig in Holzbauweise gebaut und mit einer Sperrholzbeplankung sowie einem Stoffüberzug versehen. Bei einem Landeunfall am 1. Juli 1949 wurde die Maschine jedoch zerstört.

Daraufhin wurde beschlossen, erneut ein Versuchsflugzeug in verkleinertem Massstab zu bauen, diesmal jedoch mit vier Strahltriebwerken ausgerüstet, jeweils eines ober- und unterhalb jedes Tragflügels. Dieses Flugzeug mit der Bezeichnung N-20.2 Arbalète ist heute im Verkehrshaus Luzern ausgestellt.

Eigenschaften


Der N-20-Prototyp, der in Originalgrösse gebaut wurde, verfügte über einen absprengbaren Bug, der nach Auslösung im Notfall an einem Fallschirm zu Boden gleiten sollte. Ein geplantes Head-Up-Display kam beim Prototyp nicht zum Einsatz. Um sich bei Funkstille verständigen zu können, war die N-20 mit Signalraketen im Heck ausgerüstet.

Sie verfügte über ausklappbare Canards vor den Flügeln am Rumpf, welche die Langsamflugeigenschaften wesentlich verbesserten. Die N-20 verfügte über jeweils zwei Haupttriebwerke im Flügelprofil und vier Nebentriebwerke in jedem Flügel. Also verfügte das Flugzeug über vier Triebwerke und acht Nachbrenner. Der Abgasstrahl konnte mit Hilfe von Klappen nach schräg unten geleitet werden, um die Startstrecke zu verkürzen. Die Abmessungen der N-20 entsprechen etwa der des P-16 und waren so ausgelegt, dass das Flugzeug ohne Probleme aus einer Flugzeugkaverne betrieben werden könnte.

Die Aiguillon wies eine geplante Einsatzgeschwindigkeit von 1000 km/h auf, die Ingenieure hatten das Flugzeug jedoch sogar für eine Geschwindigkeit von fast 1200 km/h geplant. Mit dieser Leistung wäre das Schweizer Jagdflugzeug vielen anderen Maschinen seiner Zeit weit überlegen gewesen.

Es zeigte sich bei diversen Tests, dass die Triebwerke die gewünschte Leistung nicht erbringen würden. Darum startete man das Projekt N-20.20 Harpon. Das Flugzeug entsprach in etwa der N-20, besaß jedoch in der Flügelwurzel je ein herkömmliches Triebwerk Rolls-Royce Sapphire oder Avon. Der Flügel wurde etwas dünner und das Hauptfahrwerk kam etwas näher zum Rumpf, da jetzt im Flügel keine Triebwerke mehr Platz benötigten. Die N-20.20 wurde nie realisiert. Es wurden nur einige Windkanalmodelle gefertigt.

Abbruch der Entwicklung


Der N-20-Prototyp machte verschiedene Tests im Windkanal, Triebwerksstandläufe, Rollversuche und einen kleinen Hüpfer. Noch bevor das Flugzeug zum Erstflug starten konnte, wurde das Projekt gestoppt.

Warum der Ostschweizer Bundesrat Karl Kobelt 1953 das Projekt abbrechen liess und somit rund 15 Millionen SFr. in den Sand setzte, ist auch heute nicht ganz klar. Der Bundesrat übergab den Auftrag zur Entwicklung eines Schweizer Kampfflugzeuges den Flugzeugwerken Altenrhein.

Jahre später schrieb die Weltwoche, man sei sich in Emmen sicher gewesen, dass in Bern zu viele freundschaftliche Fäden in die Ostschweiz gereicht hätten.

Viele Mitarbeiter, die an dem Projekt mitgearbeitet hatten, wollten, dass sich das Flugzeug wenigstens einmal in die Luft erhebt. Sie waren bereit, dafür ihre Freizeit aufzuwenden und sämtliche Kosten für diesen einen Flug auf privater Basis zu übernehmen. Der Bundesrat verweigerte jedoch eine Starterlaubnis, obwohl die Beteiligten bereit waren, die Risiken selbst zu tragen.

Bewaffnung

Die N-20 war mit zwei fest eingebauten 20-mm-Kanonen ausgerüstet. Dazu kam eine Waffenwanne. Die Waffenwanne lässt sich in kurzer Zeit wechseln, um das Flugzeug wieder aufzumunitionieren oder für einen anderen Verwendungszweck umzurüsten.

Es waren vier verschiedene Waffenwannen geplant:
eine mit 4 × 20-mm-Kanonen,
eine mit 16 Bomben zu 50 kg,
eine mit 36 × 87-mm-Raketen,
eine mit 24 Leuchtbomben, vier Kameras und 500 l Treibstoff.


Die N-20 steht heute neben der FFA P-16 im Flieger- und Flabmuseum in Dübendorf.


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