Pilatus PC-6 - Porter - Aviation History Switzerland

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PILATUS   PC-6 Porter / später Turbo Porter
Arbeits- und Kleintransportflugzeug der Luftwaffe

Daten:

Pilatus PC-6/B2-H2M-1 Turbo-Porter

Hersteller:

Pilatus Aircraft

1. Innverkehrssetzung:  

4. Mai 1959 (Porter)  Erstflug
2. Mai 1961 (Turbo-Porter

Stückzahl:  

495 bei Pilatus
100 bei Fairchild-Hiller

Produktionszeit:

1959 bis 2019

Besatzung:

1

Passagiere:

7 (normal) 10 (dichte Bestuhlung)

Flügelspannweite:

15.2 m

Tragflügelfläche

 

Länge:

11 m

Höhe:

3.2 m

Leergewicht:

1400 kg

Gewicht beladen:

2770 kg

Reisegeschwindigkeit:

220 km/h

Max. Geschindigkeit:

280 km/h

Max. Flughöhe:

7600 m/M

Reichweite:

650 km

Antrieb:

PC-6 „Porter“Ausgangsmodell mit einem 254-kW (340-hp) Avco tLycoming Kolbenmotor
PC-6 „Turbo-Porterr“  Propellerturbine Pratt & Whitney Canada PT6A-27 (550 PS)

Turbo

Nach der Beschaffung von 6 PC-6/B2-H2M Turbo-Porter im Jahr 1976 (V-630 bis V-635) wurden in den Jahren 1980/81 auch die 12 schon vorhandenen Kolbenmotor-Porter PC-6/H2M mit den leistungsstärkeren Propellerturbinen ausgerüstet, das heisst, sie wurden zur Version
PC-6/B2-H2M-1 Turbo-Porter umgebautG

Ansichtskarten

Anzahl

Typ

Immatrikulation:

Pilatus PC-6  Porter                                                                  

18

Pilatus PC-6  Porter

V-612 bis V-623
V-630 bis V-635

15 (Bestand im Juli 2017)

18

Total

   

Pilatus PC-6

Pilatus PC-6 ist die Bezeichnung für ein einmotoriges STOL-Flugzeug des Schweizer Herstellers Pilatus Aircraft. Es existieren mit dem Pilatus Porter (PC-6 mit Kolbenmotor) und dem Pilatus Turbo-Porter (PC-6/A bis PC-6/C mit Propellerturbine) zwei unterschiedlich angetriebene Ausführungen. Bei dem universell einsetzbaren Arbeitsflugzeug können alternativ zum Radfahrwerk auch Kufen oder Schwimmer installiert werden. Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten werden zusätzlich durch die leichte Umrüstbarkeit vom Passagier- zum Frachttransport ergänzt. Eingesetzt wird die PC-6 in unterschiedlichen Rollen als Sanitätsflugzeug (mit zwei Tragen und fünf Sitzen, einschließlich der Crew), als Vermessungsflugzeug bzw. für die Luftbildfotografie, für den Abwurf von Versorgungsgütern, zum Absetzen von Fallschirmspringern und für Sprüheinsätze in der Landwirtschaft.


Porter

Die PC-6 Porter entstand aus einer privaten Initiative der Pilatus Flugzeugwerke als Arbeitsflugzeug mit Kurzstarteigenschaften (STOL). Grundlage für die Konstruktion war die Pilatus P-4, die als Prototyp im Jahre 1948 flog und bereits eine sehr ähnliche Auslegung wie die PC-6 hatte. Die Entwicklungsarbeiten am Porter wurden 1957 aufgenommen.

Am 4. Mai 1959 konnte der erste von fünf Prototypen der Porter (Zivile Zulassung: HB-FAN, geflogen von Rolf Böhm) seinen Erstflug absolvieren. Die Schweizer Luftzulassung wurde im August 1959 erteilt. Im Dezember 1959 übernahm der bekannte Gletscherpilot Hermann Geiger als Vertreter des Aero-Clubs der Schweiz Sektion Wallis den dritten Prototyp HB-FAP. Von da an wurde der Porter bei unzähligen Versorgungs- und Rettungsflügen auch in den Bergen eingesetzt. Auch Air America setzte Flugzeuge vom Typ PC-6 und PC-6C in Burma, Kambodscha, Thailand und Laos ein.

Turbo-Porter


Trotz des Erfolges war klar, dass der Porter mit den Lycoming-Kolbenmotoren von 250 kW (340 PS) an der Leistungsgrenze war. Die zu dieser Zeit beste auf dem Markt erhältliche Propellerturbine war die französische Turboméca Astazou II mit 385 kW (523 PS). Damit ausgerüstet startete am 2. Mai 1961 der PC-6/A Turbo-Porter zu seinem Erstflug. Abgesehen vom Triebwerk, einem anderen Propeller und vergrößerten Tanks ist der Turbo-Porter weitgehend baugleich mit der Kolbenmotorausführung.

Den eigentlichen Durchbruch schaffte der Turbo-Porter 1964, als in die PC-6/B benannte Version das zuverlässigere kanadische Pratt-&-Whitney-PT6-Triebwerk eingebaut wurde. Im gleichen Jahr erfolgte eine Lizenzvergabe für den Porter an die amerikanische Firma Fairchild-Hiller Corporation. Damit war Porter das erste Schweizer Flugzeug, das im Ausland in Lizenz hergestellt wurde.

Im August 2017 gab Pilatus Aircraft bekannt, die Produktion der PC-6 2019 einzustellen.[1] Bis Mitte 2018 können noch limitiert Flugzeuge bestellt werden. Die Firma beabsichtigt zudem, bestehenden Kunden noch 20 Jahre Support zu bieten.

Lizenzfertigung in den USA


Auf einem Ablieferungsflug nach Alaska machten im Dezember 1962 zwei Pilatus Porter eine ungeplante Zwischenlandung in Hagerstown (Maryland). Mechaniker der dort beheimateten Fairchild Co. sollten eine Reparatur ausführen. Der anschließende Prüfflug wurde vom Piloten benutzt, der Fairchild-Führung die STOL-Eigenschaften des Flugzeuges zu demonstrieren. Beeindruckt von den Möglichkeiten der Maschine mietete Fairchild daraufhin einen Porter und begann Verhandlungen für den Weiterverkauf und als Lizenznehmer. Am 16. Dezember 1964 konnte ein entsprechender Vertrag abgeschlossen werden.

Schon vorher hatte Fairchild die Schwäche des von einer Astazou-II-Turbine angetriebenen Flugzeuges erkannt: Der elektrische Verstellmechanismus des Dreiblattpropellers. In die Maschine N187H wurde deshalb eine 404 kW (550 PS) starke Turbine Pratt & Whitney PT6 eingebaut, und das Flugzeug startete am 1. Mai 1964 zum Erstflug. Es erhielt die Bezeichnung PC-6/B. Später folgte noch die Version PC-6/C mit einem TPE-331-1-Triebwerk von Garrett AiResearch.

Arbeitsluftfahrt


Große Bedeutung hatte ab den frühen 1970er-Jahren die Arbeitsluftfahrt. Die Ciba-Pilatus Aerial Spraying Co. setzte während vieler Jahre neben anderen Flugzeugtypen auch 18 mit Sprühausrüstung versehene Turbo-Porter ein. Großen Anteil an der Schweizer Arbeitsluftfahrt im Ausland hat die Zimex Aviation. Sie setzte neben dem Twin Otter auf den Turbo-Porter und hatte bis heute an die 30 verschiedene PC-6 in ihrem Einsatzplan. Ihr Operationsgebiet liegt vorwiegend in der Dritten Welt, oft in Wüstengebieten. Neben Versorgungsflügen für die Erdölindustrie stehen ihre Porter auch immer wieder im humanitären Einsatz für das Rote Kreuz, die UNO und weitere Organisationen.

Vorfälle


Im Oktober 2013 verlor eine PC-6 in der Nähe von Namur eine Tragfläche, nachdem der Pilot eine Rolle geflogen war; alle elf Insassen starben.

Konstruktion

Die PC-6 ist ein abgestrebter Schulterdecker in Ganzmetallbauweise mit einem NACA-64-514-Tragflächenprofil. Die einholmige Tragfläche besitzt eine konstante Tiefe von 1,90 m, aber weder Luftbremsen noch Trimmflächen und auch keine Enteisungs-Einrichtung. Der Rumpf ist in einer Halbschalenbauweise ausgeführt. Das Spornradfahrwerk ist nicht einziehbar. Es können auch Pilatus Rad/Skis oder Wipline 6100, EDO 39-4000 oder 58-5480 Schwimmer installiert werden. Ein 800-Liter-Tank zur Brandbekämpfung ist optional in die Kabine einbaubar. Vertikal- und Schrägbildkameras für Fotoflüge können installiert werden. Ein Schleppsack auf einer Winde mit 1500-m-Seil ist zur Zieldarstellung verwendbar. Für Schneelandungen können Skis montiert werden. Für längere Flüge ist es möglich, Außentanks (2 × 243,5 Liter) anzuhängen. Die Transportkapazität beträgt 11 Personen oder 2 Krankentragen und 2 Personen oder Lasten bis 1200 kg (1080 kg mit maximal möglichem Treibstoff).

Varianten[


Porter

PC-6 „Porter“Ausgangsmodell mit einem 254-kW (340-hp) Avco Lycoming KolbenmotorPC-6/340Basis-Modell mit 250-kW-Lycoming-Triebwerk. FAA Typ-Zulassung am 9. November 1961.PC-6/350mit 257-kW-Lycoming-Triebwerk. FAA-Typ-Zulassung am 12. September 1962.
Turbo-Porter

PC-6/ABasismodell mit 385 kW, Turboméca-Astazou IIE oder IIG. FAA-Typ-Zulassung am 27. November 1962.PC-6/A1PC-6/A2PC-6/AX-H2mit 463 kW, Turboméca Astazou X Turboprop.PC-6/Bmit 404 kW, Pratt & Whitney Canada PT6A-27 TurbinePC-6/B1mit Pratt & Whitney Canada PT6A-20 TurbinePC-6B2-H2mit 507 kW Pratt & Whitney Canada PT6A-27 TurbinePC-6B2-H4mit 650 SHP Pratt & Whitney Canada PT6A-27 Turbine

Aktuelle Nutzung


Eine häufige Nutzung heute: Fallschirmspringer steigen in eine Turbo-Porter zum Absetzflug ein.
Von den bis heute (2017) 595 gebauten Exemplaren sind zurzeit noch mindestens 267 Flugzeuge, überwiegend in der Version PC-6/B, in 63 Ländern im Einsatz. Während in der Schweiz noch 38 Stück fliegen, sind dies in Deutschland noch 18. Die Maschine ist, mit ca. 5 Exemplaren pro Jahr, immer noch in Produktion. Im August 2017 hat der Hersteller die Einstellung der Produktion für das Jahr 2019 angekündigt.

Hervorzuhebende Einsätze


Am 12. März 1960 startete der erste Prototyp zu einer Reise nach Nepal. Getauft auf den Namen «Yeti», leistete er mit den Piloten Ernst Saxer und Emil Wick Dienste für die Schweizer Dhaulagiri-Expedition im Himalaya. Der Porter flog zahlreiche Material- und Personentransporte mit voller Nutzlast bis auf eine Höhe von 5700 m über Meer und erhielt dafür einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die höchstgelegene Landung, die je von einem Starrflügel-Flugzeug durchgeführt wurde. Dies war Veranlassung für die nepalesische Regierung, zwei Porter zu bestellen. Zwei weitere bestellte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, ebenfalls für den Einsatz in Nepal.

Die ersten Turbo-Porter konnten 1962 der französischen Air Alpes, einem Schweizer Kunden sowie der Wien Alaska Airlines und der Northern Consolidated Airlines übergeben werden (die beiden Konkurrenten fusionierten dann 1968). Air Alpes baute mit den Turbo-Portern einen Kurzstreckendienst im Hochgebirge auf. Orte wie La Plagne (1900 m), Tignes (2100 m), Val-d’Isère (2700 m) und Courchevel (2000 m) wurden angeflogen. Altiports von etwa 200 bis 300 Metern Länge und einem Gefälle bis zu 36 Prozent dienten als Landeplätze.

Aufgabe der Flugzeuge der von der CIA betriebenen Fluglinie Air America war es, vorgeschobene US-Einheiten in Laos zu versorgen, zum Beispiel Radarstationen zur Leitung der Bombardierung Nordvietnams.[3] Eine andere wichtige Aufgabe war der Transport von Waffen und Versorgungsgütern zu US-freundlichen Guerillas. Rückfracht war häufig Heroin oder dessen Vorprodukte. Als die Front der Pathet Lao näher an die US-Stützpunkte heranrückte, änderte sich das Aufgabenprofil hin zur Direktversorgung der Schützengräben mit Munition und Lebensmitteln. Die PC-6-Piloten schafften 50 Flüge zwischen Basis und Abwurfpunkten pro Tag.

Nach Aussagen der Piloten, die die PC-6 flogen, waren die Erstlieferungen der Turbo-Porter mit einigen Problemen behaftet. Die PC-6/A-H2 mit Turboméca Astazou II neigte unter den klimatischen Bedingungen von Laos und Vietnam zu kapitalen Turbinenschäden.[4] Alle PC-6 von Air America wurden in Tainan auf Garrett TPE-331-25DF umgerüstet. Parallel hatte Pilatus auf die negative Beurteilung mit dem Ersatz der Astazou II durch die Pratt & Whitney PT6 reagiert, aber die CIA blieb bei der Garrett-Turbine: Neue Lieferungen sowohl von Fairchild als auch aus Stans erfolgten als PC-6C/H-2.

Bewaffnung


An zwei (AU-23 vier) Unterflügelstationen ca. 318 kg Lasten
1 × XM-197 20-mm-Revolverkanone (700 Schuss/min, drehzapfengelagert in Tür)
2 × GAU-2B/A bzw. SUU-11A/A „Minigun“ 7,62-mm-Revolvermaschinengewehr (3000 Schuss/min, drehzapfengelagert in Tür)
2 × LAU-32B/A-Raketenwerfer (7 × ungelenkte 70-mm-FFAR-Raketen)
2 × Flügeluntertank (Zusatztank für 238 Liter Kerosin)


Ansichtskarten

Links

SPHAIR
www.sphair.ch
Ort:
Kennung:  V-616
Datum:
Publisher:  Armée Suisse
Nr.:   
Format:   Gross

Pilatus PC-6/B2-H2M-1
Ort:  Meiringen
Kennung:  V-634
Datum:  16.02.2010
Publisher:  Brodbeck W., Olten
Nr.:   AKO13
Format:   Gross

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Diverses

Besondere Ereignisse:

27.04.1993

V-621

Absturz bei Föhnlage an der Nordseite des Finsteraarhorns

12.11.1997

V-630

Bei schlechter Sicht kollidiert mit Bäumen und Aufschlag auf Boden bei Boltigen im Simmental BE

28.01.2002

V-615

Kollision mit Zivilfahrzeug nach Startabbruch auf Flugplatz Altenrhein SG. Maschine wurde dem Altmetall zugeführt und als Ersatzteilspender genutzt. Reparatur war zu teuer!

   

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